Store Mode für den Einkauf im Markt

Das Produktteam erhielt ein im Markt erprobtes Konzept für digitale Hilfe am Regal. Interviews und Prototypentests zeigten, welche Informationen Kunden brauchten und wo Einstieg, Scan und Produktvergleich noch Hürden hatten.

Meine Rolle
Senior UX Consultant · Freelance
Mein Beitrag
Research, Produktkonzept & Prototyping
Zusammenarbeit
Media Markt Saturn · Produktteam in Ingolstadt
Vom Nutzungskontext zum konkreten AblaufOriginalarbeitsstand · Dezember 2016
Vollständiger originaler Store-Mode-Flow mit Einstiegssituationen, Berechtigungen, Scannen und Produktansichten
Das Store-Mode-Konzept als zusammenhängender Flow: Einstieg, Berechtigungen, Scan, Produktinformation und weitere Wege. Einzelne Ideen sind im Dokument als außerhalb des ersten Scopes gekennzeichnet.

Den Nutzen der App im Markt konkretisieren

Situation

Die App sollte Kunden auch beim Einkauf im Markt unterstützen. Im Gespräch mit dem Produktteam entstand der Wunsch nach einem Store Mode. Welche Funktionen in dieser Situation helfen würden, musste erst konkretisiert und geprüft werden.

Tätigkeit und Verantwortung

Als freiberuflicher Senior UX Consultant untersuchte ich die bestehende App, führte Interviews im Markt und entwickelte mit dem Produktteam von Media Markt Saturn die Grundlage für den Store Mode. Meine Verantwortung umfasste UX-Konzeption, Prototypen und detaillierte Abläufe.

Ansatz

Ich untersuchte die App, führte Interviews im Markt und moderierte Workshops mit dem Produktteam. Daraus entstand der Store Mode: digitale Hilfe passend zur Situation im Laden. Feedback aus dem Markt nutzte ich, um die Entwürfe weiterzuentwickeln.

Resultat

Das Produktteam konnte auf einem ausgearbeiteten und erprobten Store-Mode-Konzept aufbauen. Der spätere Rollout brachte digitale Einkaufsfunktionen in den Markt; er erfolgte nach meinem Einsatz.

01 Verstehen

Die Kaufentscheidung
vor Ort verstehen.

Ein Store Mode beginnt bei den Menschen im Markt.

Zum Einstieg überprüfte ich die bestehende App und schlug UX-Verbesserungen vor. Gleichzeitig nutzten wir die Nähe zum MediaMarkt in Ingolstadt, um mit Kunden zu sprechen und Konzepte in der Einkaufssituation zu testen.

Die Gespräche machten konkrete Bedürfnisse sichtbar: Beratung, Informationen zum Produkt und der Vergleich mit verfügbaren Alternativen. In den späteren Konzepttests war das Sortiment im Markt wichtiger als zunächst erwartet.

Die ProduktfrageWie kann die App genau dann helfen, wenn ein Kunde vor dem Produkt steht?

Ein Store-Mode-Prototyp wird neben Produkten und einem Hinweisschild im MediaMarkt gezeigt
Originalfoto aus der Präsentation zu den Ingolstädter Store-Mode-Tests. Das Konzept wurde im realen Marktumfeld erprobt.

02 Gemeinsam schärfen

Ein gemeinsames Bild
vom Kundennutzen.

Bevor wir Funktionen festlegten, machten wir Bedürfnisse und Annahmen sichtbar.

Mit dem Produktteam arbeitete ich in Value-Proposition-Design- und Persona-Workshops. Wir verdichteten Kundenmotive zu Mini-Personas, füllten Value Proposition Canvases aus und formulierten Nutzenhypothesen.

So konnten wir Produktideen mit einer konkreten Frage verbinden: Für wen ist diese Funktion hilfreich – und welches Bedürfnis adressiert sie?

Von Motiven zu Modellen

Die Mini-Personas und Hypothesen waren Arbeitsmodelle, mit denen wir Ideen diskutierten und für die weitere Prüfung konkretisierten.

03 Produktidee

Eine App.
Zwei Einkaufskontexte.

Der Store Mode sollte die Experience auf den Einkauf im Markt ausrichten.

Zu Hause

Entdecken.
Suchen. Vorbereiten.

Angebote ansehen, Produkte suchen, Listen führen und den Einkauf vorbereiten.

Der nächste Einkauf

Im Markt

Das Produkt vor mir.
Die passende Information.

Produktinformationen, Bewertungen und Alternativen direkt in der Einkaufssituation nutzen.

Die Entscheidung vor Ort

Die Idee des digitalen Regals

Digitale Filter und Vergleiche dorthin bringen, wo die Produkte stehen.

Mein Vorschlag war ein scannbares Warenregal, das die Auswahl im Markt um digitale Möglichkeiten ergänzt. Ein Beispiel für das Konzept: Vor dem Druckerregal nach AirPrint-Unterstützung filtern und passende Geräte nach Preis sortieren.

Die späteren Unterlagen zeigen die Weiterentwicklung vom Regal- zum Produkt-Scan. Damit rückte der konkrete Artikel am Preisschild in den Mittelpunkt des Einstiegs.

04 Mit Kunden prüfen

Ein gutes Konzept muss
im Markt verständlich sein.

Die Tests machten den gewünschten Nutzen und die Reibung im Ablauf sichtbar.

05.–06. Juli 2016 · Ingolstadt

15 Kundeninterviews
High-Fidelity-Prototyp mit Fokus auf Regal-Scan

06.–07. September 2016 · Nürnberg

18 interviewte Kunden
POC-App mit Barcode-Scan am Preisschild

Explorative Vor-Ort-Tests. In Nürnberg wurden zusätzlich zwei Personen ohne Smartphone-Nutzung erfasst.

Produktinformationen und Vergleiche waren gefragt. Zugleich zeigte sich: Wenige hilfreiche Funktionen reichen nur dann, wenn Einstieg und Bedienung verständlich sind. Die Nürnberger Auswertung dokumentiert drei konkrete Probleme.

Testversion der Produktdetailseite mit dem unten angeordneten Einstieg zu weiteren Artikeln derselben Kategorie

Beobachtung 01

Alternativen wurden übersehen.

Der Einstieg zu weiteren Artikeln derselben Kategorie fiel beim Betrachten der Produktdetails nicht ausreichend auf.

Testversion mit Scan-Ansicht zum Hinzufügen eines Produkts für den Vergleich

Beobachtung 02

Vergleichen war zu umständlich.

Die Funktion war erwünscht, ihr Ablauf passte jedoch noch nicht gut in die Nutzungssituation des Store Modes.

Testversion des Barcode-Scans mit Suchrahmen vor einem Preisschild

Beobachtung 03

Der Scan brauchte Orientierung.

Es war unklar, welchen Barcode beziehungsweise Bereich des Preisschilds die Kamera erfassen sollte.

Originalansichten aus der Testauswertung. Sie zeigen den untersuchten Entwurfsstand, keine aktuelle App.

05 Ausarbeiten

Vom Konzept
zum zusammenhängenden Flow.

Die Experience entsteht zwischen den einzelnen Screens.

Ich übersetzte die Store-Mode-Idee in Abläufe und Interaktionsdetails. Der vollständige Flow verknüpft unterschiedliche Einstiegssituationen mit Berechtigungen, Store-Home, Scan, Produktansichten und weiteren Wegen. Er macht zugleich Grenzen des ersten Scopes sichtbar.

Das folgende Detail zeigt, wie der spätere Arbeitsstand den Nutzen einführt und durch den Scan-Einstieg führt: vom Versprechen über die Marktansicht und ein Tutorial bis zur Kamera.

Vier miteinander verbundene Ansichten: Store-Mode-Nutzen, Markt-Home, Scan-Tutorial und Barcode-Kamera
Ausschnitt aus dem originalen Flow vom Dezember 2016. Einführung, Orientierung und Screen-Übergänge werden gemeinsam beschrieben.

Das Ergebnis meiner Arbeit

Ein ausgearbeitetes Konzept
für digitale Hilfe im Markt.

Das Produktteam erhielt ein ausgearbeitetes Store-Mode-Konzept und konkrete Hinweise aus Tests im Markt. So waren sowohl der gewünschte Nutzen – Produktinformationen, Vergleich und Alternativen – als auch Hürden bei Scan und Bedienung beschrieben. Flows und Interaktionsdetails bildeten die Grundlage für die weitere Umsetzung.

01

Kundenverständnis

Interviews, Mini-Personas und Nutzenhypothesen als Grundlage für die Produktarbeit.

02

Erprobte Konzepte

Prototypen und Vor-Ort-Tests, die Bedarf und Nutzungsprobleme sichtbar machten.

03

Ausgearbeitete Abläufe

Flows und Interaktionsdetails mit Einstiegen, Zuständen und Scope-Grenzen.

Der Store Mode wurde nach meinem Ausstieg ausgerollt. Dieser Case beschreibt meinen Beitrag zu Research, Konzept und Ausarbeitung bis zur Übergabe.

Was ich daraus mitnehme

Ein Service im Markt braucht
ein verständliches Produkt
und einen Platz im Alltag.

Für mich gehört zur Einführung auch, den Nutzen sichtbar zu machen und die Teams vor Ort einzubinden. Für zukünftige Projekte ist mir außerdem die enge Abstimmung mit der Entwicklung wichtig, damit das Konzept in der Umsetzung weiterlernen kann.